Corporate
Digital
Responsibility

01.11.18 von Steffi

Unternehmen und Politik erkennen ihre Verantwortung für eine sich digitalisierende Gesellschaft.

Das Stichwort Digitalisierung ist mittlerweile einigermaßen abgegriffen. Zu banalisieren ist die Thematik aber bei Weitem nicht. Datenskandale und die Angst vor einem „digitalen Kapitalismus“ verunsichern Verbraucherinnen und Verbraucher. Forderungen nach einer ethischen Gestaltung der digitalen Transformation ­– nicht nur durch die Politik, sondern vor allem auch durch die Unternehmen –

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werden laut. Unternehmen, die den digitalen Fortschritt vorantreiben, sollen Verantwortung für dessen Auswirkungen übernehmen, sie abfedern. Dabei ist nicht nur an Datenschutz und Arbeitsplatzverluste zu denken, sondern auch an die gesellschaftliche Transformation, die mit dem Einfluss neuer Technologien auf den Alltag einhergeht. Der Diskurs um das Konzept der Corporate Digital Responsibility (CDR) versucht Wege zu finden, um diesen Forderungen gerecht zu werden.

Was ist Corporate Digital Responsibility?

Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Corporate Digital Responsibility gibt es bisher nicht. Tatsächlich befinden sich die Akteure um CDR noch in der Begriffsschärfung. Hergeleitet hat sich die Bezeichnung von dem bekannteren Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR). Dabei geht es um die unternehmerische Verantwortung für Themenbereiche wie Umwelt- und Ressourcenschutz, Emissionsreduktion oder die Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards in globalen Lieferketten.

CDR dagegen behandelt Fragen, die mit der voranschreitenden Digitalisierung aufgeworfen werden. Dazu gehören solche nach Verbraucherschutz, informationeller Selbstbestimmung, Informationssicherheit und Datenschutz, Einsatz und Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) sowie der Nutzung digitaler Technologien zur Erreichung von Zielen der CSR. Diese Fragen werden dabei nicht nur von technologischen, betriebswirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen, sondern insbesondere von ethischen Standpunkten aus durchdacht. Bestehende Werte und Normen werden vor dem Hintergrund der Digitalisierung neu abgewogen. Dabei steht auch der kulturelle Wandel im Fokus, nicht nur der technologische. Bei all dem muss die Balance zwischen unterschiedlichen Interessen gefunden werden. Während auf der einen Seite Regulierungen zum Schutz der Gesellschaft forciert werden, sind auf der anderen Seite Freiräume notwendig, wenn Deutschland am Markt konkurrenzfähig bleiben will.

Die Aufgaben, die Debatte um Verantwortlichkeiten in der digitalen Transformation voranzutreiben und Vertrauen gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern aufzubauen, stehen im Diskurs mit an erster Stelle.

Einige CDR-Initiativen in Deutschland

InitiativeD21

  • 1999 auf Grundlage einer Idee von Alfons Rissberger unter Federführung des damaligen IBM-Deutschland-Chefs Erwin Staudt mit Unterstützung des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder gegründet.
  • Netzwerk für die digitale Gesellschaft (Zusammenschluss aus: Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft)
  • Mit dem Ziel gegründet, die digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.
  • Strebt ausgezeichnete Rahmenbedingungen für digitale Innovationen und eine kompetente und selbstbestimmte digitale Gesellschaft in Deutschland an.
  • Jährliche Studien, um die Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland zu beobachten.
  • Will Raum für Debatten schaffen (Kongresse, AGs etc.).

CDR-Initiative des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV)

  • Im Mai 2015 vom BMJV ins Leben gerufen.
  • BMJV suchte den Dialog mit Unternehmen, die im Hinblick auf CDR mit gutem Beispiel vorangehen (Deutsche Telekom, ZEIT, Miele, Otto Group, SAP, Telefónica).
  • In der Sitzung im Oktober 2018 wurden Begrifflichkeiten der CDR geschärft, gemeinsame Leitsätze entworfen, konkrete Handlungsfelder festgelegt und weitere Maßnahmen besprochen.
  • Ab Frühjahr 2019 sollen weitere Repräsentanten aus Unternehmen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft hinzukommen.
  • Die Initiative will die Debatte weiter anregen und deren Sichtbarkeit erhöhen, Lösungsansätze schaffen, Orientierung bereitstellen.
  • Freiwillige Maßnahmen und die Wahrnehmung einer geteilten Verantwortung sowie die Förderung von Vertrauen stehen im Mittelpunkt.

Charta digitale Vernetzung

  • Im Oktober 2014 auf dem Nationalem IT-Gipfel in Hamburg entstanden.
  • Die Charta umfasst 10 Grundsätze zu verschiedenen Aspekten der digitalen Vernetzung.
  • Basis ist eine positive Grundhaltung zu Themen der digitalen Vernetzung.
  • Interessenvertretung durch den gemeinnützigen Trägerverein Charta digitale Vernetzung e.V.
  • Setzt sich für eine verantwortungsvolle digitale Transformation ein.

Trotz all der guten Vorsätze sind derartige Zusammenschlüsse großer Firmen auch kritisch zu beleuchten. So wirft man ihnen stellenweise Lobbyarbeit und den Wunsch, den gesetzlichen Regulierungen zuvor zu kommen, vor. So oder so kurbeln sie den Diskurs um den verantwortungsvollen Umgang mit neuartigen Technologien und zunehmender Vernetzung an. Dass die gestellten Fragen mit der Zeit auch die breite Gesellschaft erreichen und hier kritische Auseinandersetzung mit der Thematik hervorrufen, kann nur von Vorteil sein.

So steht die GEDYS IntraWare zur Corporate Digital Responsibility

Auch die GEDYS IntraWare sieht sich als Entwickler von Standard-Software und aktiver Mitgestalter der voranschreitenden Digitalisierung verantwortlich für einen bedachten Umgang mit der digitalen Transformation. Bei der Entwicklung unserer Software nehmen wir Datensicherheit in unseren Anwendungen und einen vertrauensvollen Umgang mit den Kundendaten besonders ernst. Dabei ist uns ebenso wichtig unseren Kunden das entsprechende Know-how an die Hand zu geben, damit sie auch verantwortungsvoll mit unseren Technologien umgehen können. So bieten wir beispielsweise regelmäßig Webinare zu verschiedenen Themen rund um CRM-Technologien an. Wir sehen in modernen CRM-Funktionalitäten außerdem Möglichkeiten einige der durch die Digitalisierung verursachten Problematiken wieder abzufangen. Automatisierungen können beispielsweise helfen den achtsamen Umgang mit Informations- und Datenfluten zu unterstützen, indem sie den einzelnen entlasten, Fehler vermeiden und vor Überforderung schützen.