Notes und Domino konsequent auf den Nutzer ausgerichtet

Ralf Geishauser sprach über Entwicklungsergebnisse und Zukunftsvision unter anderem mit Richard Jefts, Vice President der HCL in Mailand.

Seit dem Kauf der IBM Collaboration Software durch die HCL, einem großen Global-Player der IT-Dienstleistungsunternehmen, läuft die Weiterentwicklung von Notes Domino auf Hochtouren. Nun hatte HCL Technologies vom 26. – 28. Februar zur „Factory Tour“ nach Mailand geladen. Es ist das zweite Mal, dass HCL ausgewählte Köpfe zu einer tiefergehenden Diskussion um zukünftige Technologien und Pläne für die neu erstandene Software-Sparte einlädt. So kurz nach der Think 2019, vom 12.-15. Februar in San Francisco, gab es bereits einige spannende Neuigkeiten aus dem Hause IBM und HCL.

HCL Vice President Richard Jefts machte klar, wo er mit dem akquirierten Produktportfolio hinmöchte. Seine Vision ist, die gekauften Teile der Collaboration, wie Domino, Sametime, Portal, Connections, Commerce, usw., in einem Entwicklungsbereich wieder enger zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Dafür sollen alle Produkte in einer einzigen Entwicklungsabteilung betreut werden.

Das bietet eine sehr gute Grundlage für eine höhere Integration der Lösungen und den Weg zu einer einzigen Plattform. Und dafür hat Jefts mit Domino eine hervorragende Basis. Das betonte er gleich mehrfach: „Domino war die erste no-SQL Datenbank und sie ist heute besser denn je!“, erklärte der Manager.

Diese Vision soll mit Bedacht umgesetzt werden. Zunächst stehen pragmatische Lösungen mit sofortigem Wert für die Nutzer im Vordergrund. Daher wurde konsequent an zwei großen Baustellen gearbeitet: der Notes-Client und die Nutzbarkeit der Lösungen.

Die Highlights

  1. Notes 11 bekommt eine deutlich aufgeräumte und moderne Oberfläche und für den Desktop ist neben dem Notes Client V11 auch ein neuer Notes Light-Client auf Browser-Basis geplant – mit E-Mail und App-Anbindung aber eben browserbasiert, wie es in den Jams von Nutzern und Experten gefordert wurde. Dieser Schritt zeigt eindeutig Potential für eine lange Zukunft.
  2. Notes-Anwendungen auf Android Tablets – nicht mehr nur auf dem iPad – sind bereits lauffähig. Im Sommer kommt eine Beta-Version raus. Später sollen sie dann auch auf dem iPhone nativ laufen. Das alles funktioniert dann mit der Nomad-Technologie ohne aufwendige Modifikationen.
  3. Verse On-Premises (VOP) wird bis Jahresende überholt und mit den gleichen Features ausgestattet wie iNotes. VOP wird so zu einer vollständigen E-Mail-Lösung ausgebaut. In Kürze kommt die nächste Version 1.0.7 mit einem neuen, kompletten Kalender auf Basis von React.js. „Neue Kontakte“ ohne iNotes sind auch in Vorbereitung. Grundsätzlich wird es bei vierteljährlichen Releases bleiben.
  4. Die Verse ultra-light App für mobile Geräte kommt als eine Light-Version und Pendent des ehemaligen iNotes-light – quasi eine neue E-Mail-Lösung für iOS und Android-Geräte auf Basis von Browsertechnologien.
  5. Für die Anwendungsentwicklung wird an einem neuen, ebenfalls Browser-basierten Developer gearbeitet. Dieser ist dann einfacher zu bedienen sein und richtet sich damit auch an den Fachbereichsanwender und nicht nur an professionelle Entwickler. So wird in Zukunft die Spannweite von Low-Code bis Pro-Code abgedeckt.
  6. Im ersten Halbjahr erscheint Sametime 10 als PreView und unterstützt dann Domino 64-Bit, sowie Multi-Device persistenten Chat. Der Chat-Protokollwechsel und die Gruppenchats sehen bereits gut aus. Docker Container erleichtert die Installation um einiges. In Q2 folgt Sametime 11 als Vollversion und erste Pläne für V12 im Folgejahr gibt es auch schon.
  7. Mit „Places“ ist ein hochkonfigurierbares Front-End für Domino und Connections in Planung. Es soll ein Browser-Portal für Anwender werden. Details folgen.
  8. Auch Portal (DX) geht an HCL und auch hier gibt es Pläne für eine neue Version 10 mit Technologie-Refresh.

Fazit ist: Die Domino Version 11 wird ein starkes Client-betontes Release. Eine logische Weiterentwicklung, nachdem mit V10 der Schwerpunkt auf den Bereichen Domino Server, Anwendungsentwicklung und -modernisierung lag.

Domino 10 wurde im Oktober ausgeliefert und das fehlerkorrigierte, deutsche Sprachpaket für die Version 10.0.1 aus dem Dezember folgt in wenigen Tagen.